Landtag beschließt modernstes Hundehaltegesetz Österreichs: OÖ HHG mit großer Mehrheit beschlossen, Inkrafttreten am 1.12.2024

Oberösterreich setzt neue Maßstäbe im Bereich der Hundehaltung: In der gestrigen Landtagssitzung stand die Neufassung des Oö. Hundehaltegesetzes auf der Tagesordnung und wurde mit großer Mehrheit angenommen. Mit dem neuen Gesetz wird die Eigenverantwortung der Hundehalterinnen und Hundehalter gestärkt und der größtmögliche Schutz für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher gewährleistet. Gleichzeitig erhalten die Gemeinden mehr Handhabe und können bereits vor schweren Bissvorfällen handeln. Das OÖ. HHG tritt mit 1. Dezember 2024 in Kraft.

Oberösterreich bekommt das modernste Hundehaltegesetz Österreichs, mit dem klaren Ziel: Höhere Eigenverantwortung der Hundehalterinnen und Hundehalter und größtmöglicher Schutz für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. Wir schaffen mehr Handhabe für die Gemeinden und nehmen Hundehalterinnen und Hundehalter mehr in die Pflicht. Denn klar ist: Ein Tier zu haben, bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen!“, betont Landesrat Michael Lindner.

Wesentliche Änderungen im Überblick

Mehr Möglichkeiten für die Gemeinden

Die Gemeinden erhalten mehr Handhabe durch klare und strengere Regeln bei auffälligen Hunden. Ziel ist es, bereits vor schweren Bissvorfällen aktiv zu werden und damit mehr Schutz für die Bevölkerung zu gewährleisten. Hunde können künftig aufgrund ihres aggressiven Verhaltens als auffällig erklärt werden, etwa wenn sie durch aggressives Anspringen oder Hetzen eine Bedrohung für Mensch und Tier darstellen.

Höhere Ausbildungserfordernisse

Wie bereits jetzt schon üblich, müssen Hundehalter:innen einen sechssündigen Sachkundekurs absolvieren. Zusätzlich dazu müssen Hundehalter:innen mit großen Hunde, die ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder ein Gewicht von mindestens 20 kg aufweisen, künftig eine Alltagstauglichkeitsüberprüfung (ATP) bestehen. Die ATP umfasst u.a. den Nachweis über den verantwortungsbewussten Umgang im Alltag und das konfliktfreie Führen des Hundes durch alltägliche Situationen, wie beispielsweise beim Gassigehen.  

Erhöhte Anforderungen für spezielle Hunderassen

Für die sechs Hunderassen Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Dogo Argentino, Pit-Bull und Tosa Inu gelten erhöhte Ausbildungserfordernisse sowie eine Leinen- und Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum. Eine Befreiung ist durch eine positive verhaltensmedizinische Evaluierung möglich.

Mehr Transparenz durch neues Hunderegister

Ein neues, oberösterreichweites Hunderegister wird eingeführt. Es ermöglicht eine bessere Übersicht und die Weitergabe von Informationen zwischen den Gemeinden. Vermerkt werden Informationen über Hundehalter, Ausbildungen, Vorfälle oder Hundehalteverbote. Die Gemeinden erhalten bis zum Inkrafttreten am 1. Dezember 2024 eine Basisversion, diese wird in den darauffolgenden Monaten sukzessive ausgebaut und erweitert.

„Mein Dank gilt der gesamten Arbeitsgruppe, deren Mitglieder in den letzten Monaten unermüdlichen Einsatz gezeigt haben. Ich danke dem hohen Landtag für die konstruktiven Debatten der letzten Monate – durch die intensive Zusammenarbeit ist es uns gelungen, ein gutes und modernes Hundehaltegesetz auf den Weg zu bringen, das sowohl das Sicherheitsgefühl der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher stärken soll und gleichzeitig höhere Eigenverantwortung bei den Hundhalterinnen und Hundehaltern bringt“, so LR Lindner abschließend.

05.07.2024